Nachdem ein Bamberger Busfahrer einen Passagier ans Steuer gelassen hat, äußern sich die Stadtwerke nun zu den Konsequenzen.
Am Bamberger zentralen Omnibusbahnhof fuhr am 1. Mai ein Fahrgast mit Erlaubnis des Busfahrers einen Stadtbus für einige Meter. Die Polizei Bamberg-Stadt berichtete in einer Mitteilung, dass ein Stadtbus auf Höhe des Bürgerrathauses am Freitagnachmittag "stark abbremste, wodurch mehrere Fahrgäste teilweise zu Boden fielen". Mindestens zwei Fahrgäste wurden leicht verletzt.
Die Polizei wurde zu dem Bus alarmiert und unterbrach die Weiterfahrt, laut BR im Stadtteil Gartenstadt. Gegen den Fahrer wurden Ermittlungen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet, informierte die dpa. Auch gegen den eigentlichen Busfahrer liefen strafrechtliche Untersuchungen, unter anderem wegen möglicher Verstöße gegen das Straßenverkehrsgesetz und das Strafgesetzbuch. Jetzt ist klar, wie die Stadtwerke entschieden haben.
Er nahm Verletzungen in Kauf: Bamberger Busfahrer wird fristlos gekündigt
Der Busfahrer habe das "Vertrauensverhältnis irreparabel gestört", vermelden die Stadtwerke am Donnerstag (7. Mai 2026). "Nach der unverzüglichen Freistellung vom Dienst noch während des Polizeieinsatzes wird das Arbeitsverhältnis mit dem Busfahrer fristlos und außerordentlich gekündigt. Der Busfahrer erhält Hausverbot bei den Stadtwerken", heißt es weiter.
Der Mann habe mit diesem "gedankenlosen Verhalten" sowohl seine Kolleginnen und Kollegen "in Misskredit gebracht" als auch das Image der Stadtwerke "stark beschädigt". Im Hinblick auf die Wahrung des Ansehens, der Integrität sowie des Vertrauens in die Berufsgruppe der Fahrer sei die sofortige Kündigung unausweichlich, so der Betriebsrat. Laut dem Sprecher der Stadtwerke, Jan Giersberg, wurde der Busfahrer durch einen "zuverlässigen Ersatzfahrer" ausgetauscht.
"Es ist absolut inakzeptabel", urteilt Giersberg im Gespräch mit inFranken.de. Das Team sei erschüttert ob dieses "Einzelfalls, den es so bei den Stadtwerken Bamberg noch nicht gegeben hat". So beschreibt er es in einem Kommentar unter der Facebook-Beschwerde eines Fahrgastes.
Stadtwerkesprecher nimmt Team in Schutz - "täglich einwandfreier Job"
Der Pressesprecher entschuldigt sich im Namen der Stadtwerke bei den Fahrgästen und betont die gute Leistung der "Kolleginnen und Kollegen, die täglich einen einwandfreien Job machen". Den Vorfall werde man "keinesfalls tolerieren" und unterstütze "die Polizei vollumfänglich bei ihren Ermittlungen zur lückenlosen Aufklärung dieses Zwischenfalls".
Verletzte Fahrgäste, welche den Bus vor Ankunft der Polizei bereits verlassen hatten, werden gebeten, sich bei der Polizei Bamberg-Stadt unter 0951/9129210 zu melden.